Fällungen

Baumruine als schützenswertes Ökosystem <br>© Dr. Daniel SlamaFällungen von Bäumen erfolgen aus verschiedenen Gründen. Neben holzwirtschaftlichen Nutzungen sind dies hierzulande hauptsächlich Bauvorhaben sowie die Gewährleistung der Verkehrssicherheit in von Menschen frequentierten Gebieten. Was die Verkehrssicherheit betrifft, werden Fällungen vielerorts all zu schnell beschlossen. Denn professionelle Baumschnitte können viele Gefahren eindämmen und hohle, kranke oder geschwächte Gehölze über lange Zeit am Leben erhalten. Eine regelmäßige Baumkontrolle und professionelle Gehölzpflege können übereilte Fällungen aus übertriebener Vorsicht in vielen Fällen erübrigen. Im Hinblick auf Tier-, Natur- und Umweltschutz macht es Sinn, selbst tote Bäume zu erhalten, wenn keine Gefahren damit einher gehen. Denn „Baumruinen“ und stehendes Totholz dienen als Niststätten für Höhlenbrüter, als Fledermausquartiere sowie als Lebensraum für unzählige Gliedertiere.

Ungeachtet der jeweiligen Motive von Fällarbeiten sind diese oft gefährlich, insbesondere motormanuelle Fällungen von Laubbäumen. Denn größere Bäume speichern in ihren Kronen und Stämmen gewaltige Lageenergien, welche beim Fällen unkontrolliert herab stürzen können. Gesunde Stämme stehen außerdem unter großer innerer Vorspannung. Vor allem das Laubholz hat beachtliche Zug- und Biegefestigkeiten. Dies erklärt, warum Bäume beim Fällen schlagartig aufreißen und Baumfällern lebensgefährliche Verletzungen zufügen können.


Abschnittsweise Fällung auf engem Raum <br>© Dr. Daniel SlamaDa Motorsägen bei gewerblichen Fällungen unentbehrlich sind, verursachen neben Baumteilen immer wieder auch Motorsägenketten schwere bis tödliche Unfälle. Abgesehen von tiefen Schnittwunden durch außer Kontrolle geratene Sägen, können gerissene Ketten oder Teile davon zu wahren Geschoßen werden. Deshalb ist unbedingt eine persönliche Schutzausrüstung mit Helm samt Visier und Gehörschutz, Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhen, -handschuhen sowie eine eng anliegende Jacke zu tragen. Keine anderen Personen dürfen sich im Umkreis aufhalten. Allerdings sollte mindestens eine zweite Person in sicherem Abstand anwesend sein, um im Notfall zu helfen, bzw. medizinische Hilfe anzufordern.
An Steilhängen, bei Glatteis, Bodenfrost und anderen ungünstigen Voraussetzungen sollte nur bei absolut sicherem Stand gefällt werden.
Unverzichtbar sind hindernisfreie Rückweichen, wohin sich der Holzfäller nach Abschluss der Schnittabfolge rasch in Sicherheit begeben kann. Hängendes oder stehendes Totholz in der Nähe oder Wind lassen zusätzliche Gefahren beim Fällen entstehen.

Baumfällungen bergen generell hohe Unfallrisiken und sollten gelernt sein. Statistiken zeigen, dass unzureichend ausgebildete Personen dabei vier Mal öfter als Profis verunfallen.


Kletterer fällt Fichte mit Borkenkäferbefall <br>© Dr. Daniel SlamaJeder Fällung sollte unbedingt eine Beurteilung des betroffenen Baumes und dessen Umgebung vorausgehen. Nur so kann die richtige Fälltechnik für den jeweiligen Fall gewählt werden. Die unterschiedlichen Techniken lassen sich zum Glück an den Fingern abzählen, denn sie sollten gut beherrscht werden, um den vielfältigen Gefahren bei Baumfällungen vorzubeugen.

Exakte und gut vorbereitete Fällarbeit verhindert das Zustandekommen so genannter „Aufhänger“. Diese im Zuge von Fällungen auf benachbarte Bäume gestürzten und dort teilweise aufliegenden Exemplare können jederzeit unkontrolliert fallen. Sie sind besonders gefährlich und sollten deshalb unverzüglich zu Fall gebracht werden. „Aufhänger“ sind Folgen falscher Fälltechniken, während „(Vor)Hänger“, „Rechts- und Linkshänger bzw. „Rückhänger“ Bäume mit entsprechenden Stammneigungen und Schwerpunkten außerhalb der Stammachsen sind. Für diese und andere Sonderfälle sind nur spezielle Fälltechniken vorgesehen. Dies sind zB Fällungen mit oder ohne Haltebändern, seitlichem Vorschneiden, „V-Schnitt“ oder vorangehendem „Herzstich“. In besonders kritischen Situationen wie bei Stammfäule, Totholz, ineinander greifenden Kronen benachbarter Bäume etc. sollten Fällungen mit Hilfe von Greifzügen oder Seilwinden aus sicherer Entfernung durchgeführt werden.

BIOSECURITY führt auf Wunsch vor allem Fällungen von gefährlichen und absterbenden Bäumen in Siedlungsgebieten durch und stellt allfällige Anträge an Behörden.


Baumsteiger trägt gefährliche Rosskastanie ab. <br>© Dieter SlonekIn bebauten Gebieten sind standardgemäße Fällungen wegen Gebäuden, Verkehrswegen und anderen Anlagen in nächster Nähe oft undurchführbar. In solchen Situationen werden zumeist abschnittweise Fällungen durchgeführt. Bei diesen, auch als Baumabtragungen bezeichneten Sonderfällungen werden die Bäume oft zuvor entastet und dann stückweise, von oben beginnend, abgesetzt. Die abgesägten Baumteile werden je nach Umfeld entweder abgeworfen oder in Stücken abgeseilt. Manchmal sind das Abwerfen bzw. kontrolliertes senkrechtes Ablassen des Schnittgutes jedoch nicht möglich. In derlei Fällen werden die einzelnen Baumstücke mittels rigging mit Seilbahnsystemen bis über mittlere Entfernungen seitwärts schräg abgelassen. Abschnittweise Fällungen werden mit Hilfe von Seilklettertechnik oder Teleskoparbeitsbühnen durchgeführt.

Kurioserweise betrachtet die Wiener Wirtschaftskammer die Baumfällungs- und Rodungsunternehmen als nicht berechtigt für abschnittweise Fällungen von Bäumen. Gärtner sind ihrer Meinung nach das einzig dazu befugte Gewerbe. Mit anderen Worten, je nachdem ob ein Baum in einem oder in mehreren Stücken gefällt werden soll, bedarf es dafür in Österreich unterschiedlicher Gewerbeberechtigungen! Noch erstaunlicher ist die Begründung der Kammer. Angeblich seien abschnittweise Fällungen um vieles gefährlicher als andere Baumfällungen, weshalb es für Erstere der Ausbildung zum Gärtner bedarf. In Wahrheit ist die Gefahrensituation umgekehrt. In Österreich sterben jährlich zig Menschen bei sonstigen Baumfällungen, während es bei abschnittsweisen Fällungen kaum tödliche Unfälle gibt.
Es sprechen also gute Gründe für die Heranziehung von Professionisten für Baumfällungen.

BIOSECURITY führt standardmäßige Baumfällungen bis hin zu Abtragungen mit Seilbahnsystemen und Seilklettertechnik sowie Ersatzpflanzungen durch.