SCHUTZ FÜR IMMOBILIEN VOR PFLANZEN

Manche Kletterpflanzen überwuchern Gebäude binnen kurzer Zeit <br>© Dr. Daniel SlamaEs mag sonderbar anmuten, dass für Immobilien gefährlichsten Lebewesen – auch botanisch betrachtet - Höhere Pflanzen sind. Weniger deshalb, weil manche Kletterpflanzen nahezu alle verlassenen Bauwerke in ihrer Reichweite überwuchern können. Sondern weil große Gehölze gewaltige Zerstörungspotentiale für Gebäude erreichen.

Die Gefährdung von Immobilien durch Bäume entsteht hauptsächlich durch gespeicherte Lageenergien der in großer Höhe befindlichen Massen von Stammteilen, Ästen und Laub, sowie daran haftendem Wasser und Eis. Die plötzliche Entfesselung solcher Energien bei Bruchversagen verursacht immer wieder gravierende Gebäudeschäden.

Neben der Wucht von umstürzenden Bäumen und herab fallenden Kronenteilen, kann auch die bloße Wuchskraft von Gehölzen erhebliche Schäden an Gebäuden verursachen. So dringen Wurzeln von Birken Betula, Gemeinen Robinien Robinia pseudoacacia und Essigbäumen Rhus typhina oft in Fugen von Mauern und Flachdächern ein. Dabei entstehen Zerstörungen von Abdichtungen und verschiedenen Bauteilen. Starkwurzeln von Föhren Pinus sylvestris, Götterbäumen Ailanthus altissima und anderen Gehölzen verursachen häufig Risse bzw. Brüche in Fundamenten, Mauern und Bodenversiegelungen.


Großwüchsiger Baum am falschen Standort kann Fassaden beschädigen <br>© Dr. Daniel SlamaNeben Kipp- und Bruchgefahren, sowie „invasivem“ Wurzelwachstum bereitet immer wieder das natürliche Höhenwachstum starkwüchsiger Gehölze Probleme bei Immobilien. Äste von nahe an Gebäuden stehenden Bäumen scheuern bei Wind an Fassaden, Dächern und anderen Bauteilen. Dies zieht Verschmutzungen bis hin zu Beschädigungen von Putz, Beschichtungen, Fenstern und Einrichtungen wie Antennen, Solarpaneelen etc. nach sich.

Berührungspunkte zwischen Gehölzen und Gebäuden sollten auch aus anderen Gründen generell vermieden, zumindest aber von Zeit zu Zeit kontrolliert werden.
Einerseits erleichtern sie nicht flugfähigen Schädlingen, vom Nager bis hin zu Insekten, sowie Lästlingen wie Ameisen und Wanzen, das Eindringen in Immobilien.
Andererseits können dadurch feuchte Stellen an der Bausubstanz bzw. Wunden bis hin zu Pilzbefall an den Bäumen entstehen.

Im Idealfall wird diesen Problemen bereits bei der Gehölzauswahl im Zuge einer weitsichtigen Gartenplanung vorgebeugt. Sollte dies, wie so oft, verabsäumt worden sein, kann ein fachgerechter Baumschnitt vielen Risiken entsprechend entgegen wirken.


Efeu gefährdet Dachrinne <br>© Dr. Daniel SlamaAndere Schäden entstehen durch Kletterpflanzen wie Blauregen Wisteria sinensis, Baumwürger Celasteus spp., Efeu Hedera helix an Bauteilen wie Blitzschutzeinrichtungen, Regenrinnen, Fallrohren, Zäunen, Pergolen, Carports etc. Diese Schäden entstehen meist dadurch, dass junge Triebe abstehende Bauteile zumindest teilweise umranken bzw. in angrenzende Fugen eindringen. Durch das weitere Dickenwachstum werden Teile verbogen, gepresst, von Gebäuden abgelöst und heraus gebrochen.
Regelmäßige Kontrollen und die richtige Pflege von Kletterpflanzen an Gebäuden sind deshalb wichtig.

Efeu und andere, gelegentlich Bäume überwuchernde Pflanzen lösen manchmal auch indirekt Gebäudeschäden aus. z.B., wenn durch deren übermäßigen Bewuchs überlastete, geschwächte oder gar „erstickte“ Bäume, bzw. Teile davon, auf Bauten stürzen.

Die allermeisten Probleme mit Bäumen entstehen mangels periodischer Baumkontrolle und Gehölzpflege. Die Einsicht, dass sich dahingehende Investitionen rechnen, ist vor allem bei privaten BaumeigentümerInnen nicht immer gegeben. Manche Verantwortlichen reagieren erst dann, wenn bereits gefährliche Äste oder Baumteile herab gestürzt sind und womöglich bereits Schäden verursacht haben. Dies, obwohl die Erfahrung zeigt, dass Sparen hier völlig fehl am Platz ist. Denn um vorhersehbare Gefahren im Nachhinein zu entschärfen, bedarf es oft aufwendiger Baumschnitt- bzw. Kronensicherungsmaßnahmen.

Manchmal kann nur noch eine Baumfällung die Risiken für Immobilien beseitigen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn zusätzlich bereits massenhaft Schwächeparasiten auftreten.

All dies lässt sich auch die Bedeutung einer weit in die Zukunft blickenden Planung von Gärten mit standortgerechtem Bestand möglichst krankheitsresistenter Gehölze erkennen.

Zur Abwehr von Gebäudeschäden durch Pflanzen betreibt BIOSECURITY weitsichtige Gartenplanung, Baumpflanzungen, Gehölzpflege, Baumkontrollen sowie Fällungen.

Der Vollständigkeit halber sind hinsichtlich so genannter „Gebäudeschädlinge“ auch die in der Botanik ebenfalls zu den Höheren Pflanzen zählenden Farne zu erwähnen. Insbesondere einige Arten von Streifenfarnen Asplenium besiedeln bis in Stadtzentren hinein Ritzen sowie Vertiefungen an Gebäuden, und verursachen dabei geringfügige Mauer- und Fassadenschäden.