Spechtschadenabwehr

Spechtschadensanierung mittels Seilklettertechnik <br>© Dr. Daniel SlamaSeit dem Aufkommen von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS, früher Vollwärmeschutz) bei Immobilien, sorgen Spechte regelmäßig für Ärger. Betroffen sind zumeist EigentümerInnen und NutzerInnen von wärmegedämmten Gebäuden in Gebieten mit Altbaumbestand. Vielerorts durchschlagen die Vögel mit ihren spitzen Schnäbeln die Deckschicht von Fassaden mit dem Oberputz und der Armierungsschicht und setzen die Zerstörung in der Dämmschicht darunter fort.

Vor allem bei wetterseitigen Spechtschäden kann so Wasser aus Niederschlägen in Fassaden eindringen. Mit einer Durchfeuchtung verlieren Dämmungen ihre isolierende Wirkung. Bereits aus diesem Grund sollten Spechtschäden, insbesondere jene an exponierten Fassaden, so rasch wie möglich kontrolliert und behoben werden.

Auch zum vorbeugenden Schutz von Immobilien vor Mikroorganismen sind die baldige Erneuerung der Dämmung und die Abdichtung gegen Wassereintritt durch eine professionelle Sanierung in jedem Fall ratsam.

Oft quartieren sich nachher Folgebrüter in Nisthöhlen von Spechten ein. Damit können kleine Lebewesen, einschließlich mancher für den Schutz der Gesundheit von Menschen relevanter Parasiten wie Läuse oder Milben, sowie schädliche Käfer eingeschleppt werden.


Folgebrüter bei Spechtschäden <br>© Dr. Daniel SlamaDie Gänge mancher Nisthöhlen in Fassaden sind sehr lang. Es ist deshalb möglich, dass eingeschleppte Insekten oder Spinnentiere über Nistgänge, die zB Kabelschächte streifen, in nahe liegende Räumlichkeiten eindringen. Dies ist ein weiterer Grund für eine rasche Sanierung von Nisthöhlen, nachdem sicher gestellt wurde, dass diese im Moment nicht besiedelt sind.
Im Bedarfsfall sollten Nisthöhlen vor der Sanierung gegen Schädlinge behandelt werden.

Höhenarbeiter von BIOSECURITY sanieren Spechtschäden an schwer zugänglichen Stellen tiergerecht nach negativem Endoskopergebnis zum Schutz von Folgebrütern.

Erfahrungsgemäß häufen sich Spechtschäden im Frühling und im Herbst. Wenn die Nächte kühl sind, suchen viele Gliedertiere, vor allem Fluginsekten, von der Sonne beschienene Fassadenstellen auf, um sich aufzuwärmen. Wenn die Temperaturen rasch fallen, erstarren viele Tiere mehr oder weniger, bis sie wieder durch Wärme reaktiviert werden.
Sonnenbäder von Beutetieren auf hellen Fassaden bleiben in Spechtrevieren nicht lange unbemerkt. Die Ansammlungen teilweise kältestarrer Insekten sind für Spechte frisch angerichtete Buffets mit allerlei Leckerbissen.


Natürlicher Spechtjagdgrund im Holz <br>© Dr. Daniel SlamaWie im Zuge der Futtersuche im Wald picken Spechte zuerst die zuvor erspähten Beutetiere auf. Dann klopfen sie oft auf den Untergrund, um unerkannte und versteckte Beute aufzuscheuchen. Auf den natürlichen Futterplätzen von Spechten in Bäumen kommen dadurch Käfer, Motten und Co aus Rissen in der Borke, Faulstellen usw hervor. Auch jene Kerbtiere, die sich hinter Rindenteilen verkriechen, haben dadurch wenig Überlebenschancen. Denn der Specht sieht nicht nur sehr gut, er hört angeblich auch besonders gut. Zwischen Klopfserien zwecks Austreibung von Beutetieren dreht der Specht den Kopf abwechselnd auf beide Seiten. So hört er besser, ob und wo sich etwas im Untergrund bewegt. Wenn Krabbelgeräusche ihm Beute signalisieren, beginnt der Specht mit dem Aufhacken des Untergrundes.

Die Schäden unterscheiden sich je nach Spechtart. Buntspechte schädigen vor allem Eckbereiche von Fassaden. Schwarzspechte vollbringen ihr zerstörerisches Werk dank einer besonderen Zehenanatomie auch inmitten von Fassaden.
Spechtschäden unterscheiden sich nicht nur vom „Tatort“, sondern darüber hinaus auch vom Motiv. Je nachdem, ob Spechte auf Jagd sind, ihr Revier markieren, oder eine Nisthöhle anlegen wollen, brechen sie das Klopfen entweder bald ab, oder graben sich durch die Dämmung weiter.

Auch wenn gelegentlich andere Fassaden- oder Bauteile durch Spechthiebe zu Schaden kommen, werden Außenwände mit WDVS eindeutig von diesen Vögeln bevorzugt.


Spechtschadensanierung mit Hilfe von Seilklettertechnik <br>© Dr. Daniel SlamaAuf Beutesuche schlagen Spechte oft mehrere Löcher unweit voneinander durch die dünne Fassadenbeschichtung und in die angrenzende Dämmschicht. Wenn sich ein Bereich als herausragendes Jagdrevier erweist, können Spechtschäden sogar die Erneuerung der Fassade erforderlich machen.

Spechtschäden an Fassaden werden zu meist als Folge der Verwechslung mit hohlen Baumstämmen auf Grund ähnlicher akustischer Resonanzen betrachtet. Kein Wunder, dass ihnen deshalb nur wenig Intelligenz zugetraut wird. Es wird sogar behauptet, dass die für eine Ausführung und das Abfedern so kräftiger Hiebe nötige Masse im Kopf nicht viel Raum für das Spechtgehirn übrig ließe.
Wir sehen diese schrägen Vögel in einem etwas anderen Licht. Für uns sind diese Vögel sehr anpassungsfähige Spezialisten, welche es immerhin geschafft haben, bis heute mit mehreren Arten in vielen Teilen der Welt zu überleben. Zum Teil sind sie den Menschen in Städte gefolgt und nutzen dessen Lebensraum für sich. Schnell haben Spechte wichtige Vorteile dort stattfindender Veränderungen erkannt. Möglicherweise nicht nur die Lockwirkung der durch Sonneneinstrahlung aufgewärmten WDVS-Fassaden, sondern auch jene von Aushöhlungen im dortigen Dämmstoff auf örtliche Beutetiere.


Großflächige Spechtschäden <br>© Dr. Daniel SlamaSo betrachtet, könnten die häufig gruppiert auftretenden Spechtschäden mehr als nur Folgen einer wiederholt unterbrochenen Futtersuche gemäß der Methode von Versuch und Irrtum sein. Auch gezielt angelegte Fallen für Beutetiere, die sich in den von Spechten ausgeräumten Vertiefungen geschützt wähnen, sind denkbar.

Ungeachtet der Theorien zur Entstehung, sollten spätestens bei sich wiederholenden Schäden nachhaltige Vergrämungsmaßnahmen getroffen werden. Gezielt platzierte Windspiele, Feindvogelsilhouetten oder –attrappen können manche Spechtschäden mit vergleichsweise geringem Aufwand beenden. In anderen Fällen müssen aufwendige Installationen mit Spanndrähten oder Netze für einen effizienten Bautenschutz montiert werden.

Biologen von BIOSECURITY entwerfen auf Wunsch maßgeschneiderte Abwehrsysteme zwecks wirtschaftlicher und nachhaltiger Spechtschadenvorbeugung an Gebäuden.