Flöhe

Flöhe sind hochspezialisierte Parasiten <br>© Warren Rosenberg / FotoliaDie etwa 1600 bislang bekannten Arten von Flöhen haben sich als Parasiten an Säugetieren und Vögeln spezialisiert. Ähnlich wie bei Echten Läusen, hat fast jedes Säugetier, und damit auch der Mensch, seine eigene Flohart.

Die erwachsenen Flöhe ernähren sich von Blut, die Larven von Nahrungsresten und verschiedenen Partikeln. Viele Floharten zeichnen sich durch große Anpassungsfähigkeit an verschiedene Wirte aus. Diese Strategie der Anpassung ist die häufigste Ursache der Probleme in unseren Breiten. Der Mangel an natürlichen Wirtstieren lässt einige Arten auf den Menschen übergehen. So kommt es gelegentlich zu Massenaufkommen hungriger Flöhe, welche nach dem Abhandenkommen der eigentlichen Wirte jeden Menschen oder anderen Säuger, der in Reichweite gelangt, anspringen.

Auf Flügeln haben Flöhe zu Gunsten leistungskräftiger Sprungbeine verzichtet, welche ihnen im Tierreich Rekorde im Weitsprung sichern. Deren Hochleistungssprünge werden durch eine organische Substanz ermöglicht, welche beachtliche Kräfte durch schraubenartiges Zusammenpressen vor dem „Sprung“ aufbaut. Der Flohsprung ist die Folge der plötzlichen Entfesselung dieser Kräfte, welche das Insekt vom Untergrund wegschleudern. Der riskanten Sprungbeschleunigung entsprechend sind die Augen der Flöhe verkleinert bis ganz zurückgebildet und die Antennen kurz und kräftig.


Flohlarve <br>© Kalumet / WikipediaNachdem die Flohlarven aus den Eiern entweder am, oder unweit vom Wirt in Ritzen etc. geschlüpft sind, ernähren sie sich meist 2-3 Wochen lang von organischen Partikeln, bevor sie sich in einem Kokon verpuppen. Viele Flöhe überwintern darin und warten zum Schlüpfen auf einen mechanischen Reiz, der einen Wirt signalisiert. Ohne diesen Reiz verbleiben sie monatelang im Kokon, weshalb es auch in seit längerem verlassenen Unterkünften zu einem neuem Flohbefall kommen kann.

Von den etwa 70 aus Mitteleuropa bekannten Arten sind nur wenige Flöhe von Bedeutung für den Menschen. An erster Stelle steht in Österreich der Katzenfloh Ctenocephalides felis dank seiner Anpassung an verschiedene Wirte. Dessen gesamte Entwicklung braucht etwa 4-6 Wochen, allerdings können die Tiere im Puppenstadium bis 9 Monate auf einen geeigneten Wirt warten. In dessen Umgebung legen die Weibchen bis zu 500 Eier ab, woraus fadenförmige Larven schlüpfen, die sich auch vom Kot der Flöhe ernähren. Die hierzulande an Hunden angetroffenen Vertreter sind meist Katzenflöhe. Bei massivem Flohbefall ist in jedem Fall eine sorgfältige Schädlingsbekämpfung geboten.

Der mit bis zu 3,2 mm kaum größere Hundefloh Ctenocephalides canis, kann wie die zuvor erwähnte Art als Überträger von Bandwürmern eine Rolle spielen und ebenfalls, zumindest vorübergehend, am Menschen parasitieren.


Der mit seiner dunkelbraunen bis schwarzen Farbe dünklere, und mit bis 4 mm etwas größere Menschenfloh Pulex irritans ist in Mitteleuropa bei Menschen selten geworden. Den Rückgang bewirkten Staubsauger und Böden ohne Ritzen in Wohnbereichen. Eher findet man ihn heute in Dachsbauten oder Tierhaltungen. Seine stark ausgeprägten Sprungbeine ermöglichen Sprünge von über 30 cm.

Flöhe sind lästig und können gefährliche Krankheiten übertragen. Unter diesen Insekten sind in erster Linie manche Flöhe der Nager von Bedeutung für die Gesundheit von Menschen. Einige darunter gelten als Vektoren für Mäusetyphus, einer leichteren Form von Typhus.

Traurige Berühmtheit erlangten die Rattenflöhe, welche das Pestbakterium Pasteurella/Yersinia pestis nach dem Massensterben der Hausratten auf Menschen übertrugen und Millionen Opfer forderten.

Anders als an manchen warmen Urlaubsorten bleibt uns der Sandfloh Tunga penetrans in diesen Breitengraden erspart. Die befruchteten Weibchen dieser besonders quälenden Art wandern aus dem Sand zwischen Zehen und Fingern in das Gewebe ein und werden dort zu Dauerparasiten. Dies kann gravierende Infektionen nach sich ziehen. Entgegen dieser einzigartigen weiblichen Lebensweise, stechen und saugen die Männchen wie andere Flöhe.