Baumkontrolle

Pilzfruchtkörper auf Weidenstämmlingen <br>© Dr. Daniel Slama Bäume sollten periodisch unter Betrachtung unterschiedlicher Aspekte wie Kronenaufbau, Form, Gesundheit, Vitalität und Verkehrssicherheit kontrolliert werden. Dies ist wichtig, um rechtzeitig auf möglicherweise folgenschwere Fehlentwicklungen, Krankheiten sowie Risiken hinsichtlich der Stand- oder Bruchsicherheit von Bäumen reagieren zu können.

Aus leicht nachvollziehbaren Gründen ist die Abschätzung der Verkehrssicherheit von Bäumen in Siedlungsgebieten die häufigste Aufgabenstellung von Baumkontrollen.

Baumkontrollen sind zwangsweise subjektive Zustandserhebungen, wobei die Qualität der Ergebnisse sehr von der Ausbildung und Praxis der durchführenden Personen abhängt. Neben einem sicheren Auge für leicht übersehbare, obwohl wichtige Details, sind dafür baumphysiologische, pflanzengesundheitliche und statische Kenntnisse gefragt. Da Symptome und Ursachen von Problemen an Bäumen oft örtlich bzw. zeitlich voneinander getrennt auftreten, ist ein gesamtheitliches biologisches Verständnis dieser komplexen und sehr unterschiedlichen Organismen von großem Vorteil.

Bei BIOSECURITY führen Biologen Baumkontrollen hinsichtlich Verkehrssicherheit, Vitalität, Gesundheit, Funktion und Form am letzten Stand von Wissenschaft und Technik durch.


Bäume an Verkehrswegen können gefährlich werden <br>© Dr. Daniel SlamaInsbesondere für Baumkontrollen zur Beurteilung der Verkehrssicherheit sollten angesichts beträchtlicher finanzieller sowie rechtlicher Risiken nur Fachleute mit entsprechenden Statikkenntnissen heran gezogen werden. Denn die Baumsicherheit lässt sich nur mit Hilfe des Dreiecks der Statik mit den Eckpunkten Last, Form und Material als bestimmende Faktoren seriös bewerten.

Leider wird die Bedeutung der erst um die Jahrtausendwende entwickelten Lastanalyse für Bäume noch nicht von allen Gärtnern, Baumpflegern und –kontrolleuren erkannt. In der Praxis wird diese oft vernachlässigt, obwohl die Last häufig der entscheidende Faktor für die Verkehrssicherheit von Bäumen ist. Ausschlaggebend dafür sind Winddruck, Kronenflächen, Hebelarme und Kronengewichte. Selbst Lufttemperaturen, welche insbesondere bei Starkwinden und Orkanen Bedeutung auf Grund veränderter Gewichte der Luftmassen erlangen, sind ernsthaft relevant.

Bei herkömmlichen Sicherheitsdiagnosen für Bäume wird oft nur der Form, d.h. den Dicken von Stämmen und Starkästen, fallweise auch jenen von Wurzelanläufen, bzw. deren Restwandstärken, genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Dies obwohl dieser Faktor auf Grund der überraschend hohen Stabilität von zylindrischen Hohlkörpern, wie sie auch hohle Baumstämme darstellen, eine vergleichsweise geringe Rolle spielt.


Gefährlicher Totast in Schwebe <br>© Dr. Daniel SlamaMaßgeblich für den Nutzen von Baumkontrollen ist neben der Qualifikation der Durchführenden auch die Kontrollhäufigkeit. Differenzierte Kontrollintervalle sind sinnvoll. Ein sehr junger oder gesunder Baum kann in größeren Abständen kontrolliert werden, als ein stark vergreister Baum, oder einer mit auffälligem Befund.

Bei Kontrollen von Laubbäumen sind in Mitteleuropa saisonale Unterschiede zu berücksichtigen. Während vom Frühjahr bis in den Herbst die Dichte, Größe und Farbe der Blätter wichtige Hinweise über die Baumvitalität und -gesundheit liefern können, und gefährliches Totholz in diesem Zeitraum leichter zu erkennen ist, sind im Winter die Baumkronen bis in große Höhen einsehbar. Aussagen über Gesundheit und Vitalität von Bäumen sind hingegen in der kalten Jahreszeit nur bedingt möglich, zudem verdeckt Schnee häufig den Blick auf Fruchtkörper von aggressiven Pilzen an Stammfüßen und Wurzeln. Angesichts dieser saisonalen Einschränkungen ist der Zeitpunkt von Baumkontrollen auf die jeweilige Fragestellung abzustimmen.
Um den saisonalen Unterschieden Rechnung zu tragen, werden Baumkontrollen von uns an vielen sensiblen Standorten sowohl in belaubtem, als auch in unbelaubtem Zustand, zT auch alternierend, durchgeführt.


Von Kindern frequentierte Baumstandorte sind aus folgenden Gründen Prioritätsgebiete für Baumkontrollen: Einerseits können Kinder Gefahren schlechter abschätzen, andererseits klettern vor allem aufgeweckte Buben liebend gerne in Bäume.

Auch von alten Menschen frequentierte Baumstandorte verdienen erhöhte Aufmerksamkeit, da ältere Personen akute, von Bäumen ausgehende Gefahren, wie herab stürzende Starkäste, oft nicht wahrnehmen, bzw. nicht rechtzeitig ausweichen können.

In Beständen mit mehreren Bäumen empfiehlt sich zudem die Erstellung von Baumkatastern, worin alle Bäume einer bestimmten Fläche ortgenau und numerisch erfasst sind. Alle Protokolle von Baumkontrollen mit den erfassten Zustandsdaten über Kronen, Stämme, Wurzeln und Standorte sowie Empfehlungen für Maßnahmen der Gehölzpflege werden darin in Kontrollbögen, individuellen Baumakten oder Baumtagebüchern abgelegt, und durchgeführte Pflegemaßnahmen protokolliert. Daraus entstehen rückverfolgbare Baumhistorien, welche im Schadensfall die Abwehr von Rechtsfolgen erleichtern.

BIOSECURITY erstellt Baumkataster, welche einen detaillierten Überblick über Gehölzbestände und die Koordination und Kontrolle der nötigen Baumpflegemaßnahmen ermöglichen.